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Balkonkraftwerk

Was ist ein Solar Balkonkraftwerk / Balkonsolarkraftwerk ?

Man bezeichnet damit im Prinzip das Gleiche, was viele auch auf dem Dach haben. Eine Solarzelle/platte mit Wechselrichter von Gleichstrom 24Volt (oder mehr) auf 230 Volt.

Was ist der Sinn eines Balkonsolarkraftwerks ?

Im Gegensatz zu den Solaranlagen auf dem Dach verkaufen wir den Strom nicht, sondern nutzen ihn direkt selbst.

Die Bezeichnung Balkon ist aber irreführend. Die Platte kann natürlich auch aufs Dach 😉

Was ist der (entscheidende) Unterschied ?

Bei den Solaranlagen auf dem Dach geht der Strom ins Netz. Dafür zahlt dieser aktuell 8 Cent für 1000 Watt/Stunde (kw/h). Wir kaufen den Strom für 30 Cent wieder zurück.

Aber: Unser Nachbar hat 60 x 330Watt Platten auf dem Dach. Hier könnten wir man annehmen, er produziert (max) 60x330Watt=19.800 Watt wenn die Sonne scheint am Vormittag und Nachmittag.

Ein Haushalt bzw Einfamilienhaus benötigt in dieser Zeit vielleicht 100 – 500 Watt. Eine 1 Zimmerwohnung mit Homeoffice vielleicht nur 50 Watt für den PC und 20 für den Wlan Rounter, ein Einfamilienhaus wo die Heizpumpe usw läuft eben evtl 500 Watt.

Macht man den TV an sinds nochmal 100-200 Watt mehr. Wenn man den Fön anmacht, dann nochmal 1.500 Watt mehr. Dieser läuft aber nur kurz.

Was wir wollen, ist nur den permanenten Stromverbrauch decken, nicht die Spitze in der der Fön läuft oder die Waschmaschine. Diesen Grundverbrauch können wir locker mit einer bis zwei max 330 Watt decken. Damit würde der Stromzähler stehen bleiben.

Denn: Würden wir mehr auf das Dach bauen, so würden der Strom der produziert wird von uns nicht permanent verbraucht. Er würde also verpuffen, wenn wir ihn nicht verkaufen würden. Das lohnt aber dann nur im großen Stil, denn neben vielen Platten und langer Amortisierungszeit müssten wir dann auch ein Gewerbe anmelden. Wir sind ja dann Stromanbieter.
Also: Alles, was wir mehr brauchen holen wir lieber vom Stromanbieter.

Also: 1-2 Platten, je nach Grundverbrauch.

Das Ganze als Schaubild:

Unterschied Solar Balkon Anlage Eigenverbrauch zu klassischer Solar PV Anlage zum Stromverkauf
Unterschied Solar Balkon Anlage Eigenverbrauch zu klassischer Solar PV Anlage zum Stromverkauf

Wie geht das mit der Solaranlage auf dem Balkon?

Nachdem ich mich da eingelesen hatte musste ich feststellen: Es ist eigentlich ganz einfach

Aufbau einer einfachen Standard Anlage
Aufbau einer einfachen Standard Solar Anlage

und die Dinger haben alle (wenn man darauf achtet) Standard-Anschlüsse.

Diese steckt man einfach zusammen und dann in die Steckdose. Schon fliest der Strom in unseren Haushalt. Wird mehr Strom produziert als verbraucht, so verschenken wir den an den Stromanbieter. Deswegen sollte die Produktion unter dem max Verbrauch liegen 😉

So siehts aus:

Test auf dem Balkon auf einem Malerstativ

ECTIVE 24V 120W Monokristallines Solarmodul Black Edition mit 64 Zellen Solarpanel mit Sicherheitsglasplatte MSP120s
ECTIVE 24V 120W Monokristallines Solarmodul Black Edition mit 64 Zellen Solarpanel mit Sicherheitsglasplatte MSP120s
MC24 Steckverbinder
MC24 Steckverbinder – Hier gibt es auch Y Verbinder um mehrere Platten an einen Microinverter / Wechselrichter zu stecken.
Plus Minus ist nett angezeichnet, man kanns aber eh nicht falsch rum reinstecken bei den festen Steckern. Eigentlich ist das nur für Bastler wichtig. Für die Normalnutzer passt es einfach.
Envertech SEEYES Microinverter EVT300 Modulwechselrichter mit Betteri BC01 Stecker
Envertech SEEYES Microinverter EVT300 Modulwechselrichter mit Betteri BC01 Stecker
Betteri BC01 Netzanschluss Buchse Netzstecker 3-polig IP67
Betteri BC01 Netzanschluss Buchse Netzstecker 3-polig IP67
Normaler Schuko Stecker
Normaler Schuko Stecker
AVM FRITZ!DECT 210 (intelligente Steckdose für Smart Home, mit Spritzwasserschutz (IP 44)
AVM FRITZ!DECT 210 (intelligente Steckdose für Smart Home, mit Spritzwasserschutz (IP 44)

Nach hinzufügen des Fritz Adapters kann man in seinen Einstellungen

Das passiert, wenn Schatten auf die Platte wandert…

sehen, wieviel Strom generiert wird und was passiert, wenn ein Schatten auf die Platte fällt.
Schon ganz praktisch, weil man erst mal sehr schnell einen einfachen und coolen Überblick hat über das, was passiert.

Die Platte generiert so von ca 9 bis 18 Uhr (Februar) jetzt 80 Watt die direkt im Haushalt wieder genutzt werden.

Ich denke nicht, dass es sich lohnt mit so einer kleinen 120Watt Platte, aufm Balkon möchte ich aber nichts größeres. 300 Watt Platten sind deutlich höher.

Die Ersparnis pro Tag sind bei voller Sonneneinstrahlung die hier gegeben ist 11 Cent.
Bei 282 Euro sind das dann 7 Jahre. Eine 330 Watt Platte bräuchte nur 3,8 Jahre. Beides setzt täglich volle Sonne vorraus.

Aber: So oder so: Versuch hat geklappt. Supereinfach.

Hinweis: Das ist natürlich kein professioneller Aufbau. Hier sind 230 Volt im Spiel. Man sollte schon wissen, was man da macht.

Problem: Wolken oder Schatten

Ich weiss leider nicht, wie das bei den Platten aufm Dach ist, aber bei meiner Platte die sicher auch sehr gut ist.. Ist bei einer Wolke schon sehr wenig los. Bei einem auch nur kleinen Schatten auf der Platte geht gar nichts mehr. Die Sonne bewegt sich, führt man die Platte nicht nach ist der Gewinn auch schnell weniger. Alles im allem: Naja…. Ehrlich gesagt würde ich das Ganze Konstrukt als schon eher schlecht einstufen.

schon geht gar nichts mehr. 1 Watt statt 80 Watt. (Siehe auch Diagramm oben drüber)
Der Grund ist, dass die Zellen bei normalen ( Mono-kristalline ) Solarzellen in Reihe (hintereinander) geschalten sind. Ist eine Zelle beschattet = aus, so sind alle aus. Wie bei der Weihnachtsbaumkette.
statt 80 Watt nur 6 Watt max bei Bewölkung. Nicht mal 10 %

Sind auf dem Stecker nach dem Wechselrichter 230V?

Meine Angst war auch, dass am Stecker hinter dem Wechselrichter wenn man diesen NICHT in die Steckdose steckt 230V sind. Sind es aber nicht. Der Wechselrichter benötigt erst mal Strom aus der Steckdose um sich zu synchronisieren. Das dauert ca 1-2 Minuten. Erst dann fließt der Strom aus der Anlage.

Solaranlage friert Strompreis ein.

Wenn man sich die Strompreise ansieht und die 30% Steigerung über 10 Jahre kann man auch sagen: Eine Solaranlage friert den Strompreis zum Zeitpunkt des Kaufs für die von ihr erbrachte Leistung ein solange sie funktioniert.

Diese „Vorauszahlung“ zum aktuellen Preis müsste man eigentlich in die Gewinnrechnung einfließen lassen.

Wieviel Solarzellen / Platten bräuchte man um einen Tesla zu laden ?

Ein Tesla hat eine Batterie von ca 100 kWh.

Wenn wir annehmen, wir könnten am Tag 8 Stunden Sonne haben, dann bedeutet das: 100 / 8 = 12,5 . Das bedeutet, wir benötigen 12.500 Watt. Eine Solarplatte bringt ca 300 Watt, also 12.500 / 300 = 41 Platten.

Aber: Wir müssen ja nicht täglich voll laden.

Ein Tesla hat ca 400km Reichweite. Wenn wir davon am Tag nur 50 verfahren, so könnten man also annehmen: 400/50 = 8 . Also benötigen wir nicht 41 Solarpanelen sondern eben nur 41 / 8 = 5.

(Das sind also statt 100 kw/h dann auch nur 100 / 8 = 12 kw/h.)

Mit 5 Panelen würden wir unser Auto immer täglich volltanken. Dazu muss das Auto aber am hellichten Tag angesteckt sein. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann müssten wir den Strom in einem Akku speichern.

Wenn wir aber annehmen, wir fahren in der Woche nur 1-2 mal, so wäre das dann nochmal deutlich billiger weil eben kein Akku notwendig ist, wenn das Auto direkt geladen werden kann.
Wir müssten aber dann die Platten nochmal mehr reduzieren, da wir ja Kosten für die Platten sparen wollen, und den Akku nicht sofort an einem Tag vollladen wollen und müssen. Hier könnten also schon 1-2 Solarpanelen reichen. Den Rest verbrauchen wir dann im Haushalt.

Hinweis

Rechtlich muss eine Anlage gemeldet werden und darf nicht mehr als 600 Watt produzieren. Alles andere muss genehmigt werden.

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