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Balkon Solar Anlage

Jetzt hab ich mich doch mal ausführlicher mit dem Thema beschäftigt weil bei meinen Eltern der Stromverbrauch ein bisschen hoch ist. Da wir zwar theoretisch Platz auf dem Dach hätten, wir aber nicht in das Risiko einer großen Solar Anlage gehen wollen, ist mir wieder eingefallen, dass es auch Balkon Solar Kraftwerke gibt. Das kann man ja sicher auch auf das Dach schrauben.

Raus gekommen ist das:

Man müsste nun erst mal raus finden an was das liegt. Es müssen irgendwelche Geräte sein, die nicht permanent laufen.

Um das raus zu finden überlege ich mir einen Smart Pi zu holen:

Kaufst du da: https://shop.enerserve.eu/smartpi/262/smartpi-2.0

Die Zangen kommen um die Stromleiter hinter der Hauptsicherung. Das sollte man jemand machen lassen der sich das traut ( => Elektriker). Das Magnetfeld dass die Zangen dann aufzeichnen lässt auf den Stromverbrauch schliessen.

Der Rechner zeichnet dann dazu Graphen und dann muss man halt wissen, was so läuft.

Einfacher geht das, wenn man die Geräte einfach so misst… zB mit einem normalen Strommesser wie diesem:

https://amzn.to/3qbgq9T

Das haben wir dann gemacht: Was läuft so: Kühlschrank, TV, diverse Standby Geräte.

So kommt man dann auf ca 100-200Watt Grundverbrauch. Eigentlich nicht viel aber doch übers Jahr ca 200-400 Euro bei ca 26 cent/KWh.

(Meine Homeoffice-“PC” Anlage (ohne Drucker) benötigt ca 60 Watt Strom – Bei 9 Stunden sind das 51 Euro Stromkosten).

Alles was drüber geht, benötigt aber viel mehr Strom (Fön, Waschmaschine, Trockner) und das läuft ja nicht immer…

Unser Stromverbrauch sieht also so aus:

Jetzt bringt es halt nichts sich eine Solaranlage aufs Dach zu bauen die den Maximalwert abdeckt. Da dieser ja nicht permanent verbraucht wird, würde die Anlage Strom generieren den man nicht benötigt. Um diese nicht benötigte Power zur Verfügung zu stellen würde wir aber erst mal investieren und würden (das ist ja der normale Ansatz der großen Anlagen auf dem Dach) den Überschuss an das Stromnetz verkaufen. Damit ist man Stromerzeuger und damit Gewerbetreibender..

Sinnvoller wäre es, nur die Grundlast abzudecken die wir immer haben und den Rest aus dem Versorger-Netz zu holen.

Wir benötigen dann nur eine Solaranlage, die die Grundlast von 100-200 Watt abdeckt. Diese ist viel günstiger weil ja wenig Leistung.

Dazu gibt es seit ein paar Jahren und mittlerweile auch genemigungsfrei (bis 600Watt) die sogenannten Balkon Solar Anlagen.

Das ist im Grunde ein Standart-Panel mit ca 300Watt peak mit Wechselrichter und daran ein Stromkabel. Das steckt man in die Steckdose. Damit generiert das Solar-Panel bei Sonnenschein knapp 300 Watt max Strom und deckt die Grundlast ab. Fertig.

Wir benötigen also ein Half-Cut-Solarmodule mit ca 300 Watt (24-48 Volt). Kosten ca 200 Euro.

Wir benötigen einen Wechselrichter wie den
AEconversion Micro-Wechselrichter INV315-50
oder Envertech EVT-300
Kosten ca 200 Euro

Einen Schukostecker passend (ca 10 Euro)

und evtl fritzdect-200 für die, die eine Fritzbox haben (Kosten 40 Euro)

Die Teile steckt man dann nur noch zusammen:

Panel -> Inverter -> Schuko (-> Fritz) -> Steckdose.

Das sind alles Standard-Komponenten, sollte sofort passen.

Die Solarpanele stellt man im 45 Grad Winkel (München) Richtung Süden und schon generiert das Teil Strom. Bei voller Sonne max 300 Watt. Der Stromzähler sollte sofort stehen bleiben weil wir selbst mehr produzieren als wir verkaufen. Nur wenn wir die Waschmaschine anwerfen läuft er wieder los.

Wichtig: Der Stromzähler würde eigentlich rückwärts laufen weil wir das, was wir zu viel erzeugen an das Stromnetz abgeben. Das ist aber verboten. Also nicht das Strom abgeben.. aber dass der Zähler rückwärts läuft. Neuere Zähler machen das aber nicht.

Sehr alte könnten das. Hier muss man aufpassen und denn Versorger um Austausch bitten.

Unsere Grundlast deckt nun die Solaranlagen. Natürlich nur am Tag. Nachts holen wir den Strom für den TV weiter aus dem Versorgernetz.

So eine Anlage kostet ca 450 Euro. Wir sparen pro Jahr ca 100-200 Euro. Nehmen wir aber eher ca 100 Euro an. Nach 4 Jahren kostet Homeoffice und der Rest also nichts mehr.

Würde man nur das Homeoffice rechnen, so würde sich die Anlage nach 8 Jahren bezahlt machen bei optimaler Sonneneinstrahlung. Haltbarkeit und Garantie der Anlage ist ca 15 Jahre +

Wir könnten theoretisch auch weniger in die Anlage stecken. Die Wechselrichter kosten aber immer 200 Euro. Kleinere Panelen mit zB 150 Watt für 100 Euro habe ich leider nicht gefunden. Gibts wohl nicht. Das wäre aber im Prinzip günstiger um näher an die Grundlast ran zu kommen und schneller zu sparen. Mehr Strom zu produzieren als das was wir dauernd verbrauchen lohnt ja aber nicht, das verpufft ja unbezahlt ins Stromnetz des Versorgers.

Naja, mal sehen..

Das Fritz Stommessgerät ist übrigens deswegen cool, denn wenn man eine Fritzbox hat kann man direkt die Einspeisung sehen (nicht von mir). Muss man nix Programmieren…

Alternativ ginge auch ein Sonoff POW und MQTT.

Jetzt muss ich mal ein gutes Angebot suchen und dann schauen wir mal ob das tatsächlich klappt.

Sollte es bei meinen Eltern ohne Probleme klappen muss ich doch nochmal nach einem kleineren Modul suchen, denn in der Wohnung verbrauche ich weniger Grundlast und ich brauche kein 1,5m mal 1m Panel aufm Balkon.

Übrigens:

Die Wechselrichter geben den Strom ja an einen Stecker ab den man in die Steckdose stecken muss. Wir benötigen also auf dem Balkon eine Steckdose. Theoretisch sind dann auf dem Stecker der Anlage die blanken Kontakte frei und diese führen dann ja 230Volt. Praktisch müssen die Wechselrichter abschalten d.h. auf dem Stecker liegt erst Spannung an, wenn er in der Steckdose steckt. Es darf also laut Norm nichts passieren. Mal sehen.

Bei meinen Eltern kommt das Teil natürlich aufs Dach. Ist ja sehr klein.

Die Anlage muss dem Stromanbieter formlos gemeldet werden. Dazu gibts im Netz Vorlagen. Dagegen haben darf er nix, solange man unter 600 Watt bleibt.

Die Anlage muss nicht mehr von einem Elektriker abgenommen werden.

Das hätte ich auch so geschätzt: https://www.solarserver.de/pv-anlage-online-berechnen/ – Berechnung für “zuhause”

Folgeartikel:

Und mittlerweile habe ich einfach mal eine Solaranlage zusammengebaut